Bild aus der Theaterkomödie "Hesch en Vogel?" von Atréju Diener, gespielt von den Sissler Spielleuten.

Das Stück bietet dank zahlreichen Verwechslungen viel Situationskomik

«Hesch en Vogel?» heisst das diesjährige Stück der Sissler Spielleute. Der Vogel heisst Fridolin und ist während der ganzen Aufführung mitten im Geschehen einer Werbeagentur, wo an diesem Tag sehr viel mehr los ist als gewöhnlich.

 

«Wir freuen uns riesig, dass unser Stück beim Publikum so gut ankam», sagte Mirjam Hekele, Präsidentin des Theatervereins, nach dem ersten Theaterwochenende. Zwei Mal wurde «Hesch en Vogel?», eine Komödie von Atréju Diener, am vergangenen Samstag aufgeführt. Die erste, nicht öffentliche Aufführung war eine Gratis-Vorstellung für die Altersheime von Frick und Laufenburg sowie die Stiftung MBF.

 

Rund 90 Personen nahmen daran teil; die Halle bei der öffentlichen Premiere am Abend war gut gefüllt. «Es lief alles sehr gut. Wir hatten viele Lacher und wir sind ohne Patzer durch die Vorstellungen gekommen», so Hekele. Nach der coronabedingten Zwangspause sei es ein gutes Gefühl gewesen, wieder auf der Bühne stehen zu dürfen. Rund 35 Mal haben sich die Spielerinnen und Spieler seit Mai zu Proben getroffen, wovon drei davon ganze Probetage waren.

 

Der Dreiakter begann im Schein von zwei Taschenlampen. Zwei schwarz gekleidete Gestalten schlichen durch die Turnhalle; in der Hand eine Tasche voller Geld. Der brave Buchhalter Robert Binggeli (Marco Swiatek) ist wegen der Finanzkrise in Geldnot geraten und hat sich von seinem Cousin Carlo Stalder (Philipp Busslinger) zu einem Banküberfall anheuern lassen. Nach dem gelungenen Raubzug folgt die Ratlosigkeit. Die beiden suchen ein sicheres Versteck für die Beute und landen in der Werbeagentur von Daniel Wagner (Simon Suter) und seiner Frau Sarah (Rosmarie Weber).

 

Die Agentur läuft schlecht, normalerweise ist dort nichts los. An diesem Tage aber reisst der Publikumsverkehr nicht ab. Schwester Constanza (Mirjam Hekele) will mit besserer Werbung mehr junge Menschen für die Kirche begeistern und sucht deshalb Rat bei Daniel Wagner.

 

Die Influencerin Katy Flowervalley (Luana Rüegsegger) möchte Model werden und braucht ein neues Image. Extrem motiviert und viel zu sehr an allem interessiert ist die neue Sekretärin Elena Hofmann (Michaela Meier), die ihren ersten Arbeitstag hat.

 

Der Spieler mit der längsten Bühnenpräsenz ist Papagei Fridolin (live gesprochen von Peter Dietwyler). Da in Wagners Privatwohnung der Designer Jean-Pierre Hösli (Roland Hasler) an der Arbeit ist, wird Fridolin in der Agentur untergebracht. Er ist von der ersten bis zur letzten Szene auf der Bühne und plappert gerne nach, was er hört und gerne im unpassendsten Moment.

 

Das Stück «Hesch en Vogel?» ist kurzweilig und bietet dank zahlreichen Verwechslungen viel Situationskomik. Aus dem Buchhalter und Bankräuber Binggeli wird vorübergehend der Chef der Werbeagentur, aus «Kanonen-Carli» eine Putzhilfe und auch die andern sind nicht immer, wer sie zu sein scheinen.

 

Die Sissler Spielleute sind ein routiniertes, bewährtes Team mit viel Theatererfahrung. Zum ersten Mal auf der Bühne stand Philipp Busslinger, welcher erst im August dazu kam, weil eine der Hauptrollen ausfiel. Ebenfalls zum ersten Mal auf den Theaterbrettern steht die 17-jährige Luana Rüegsegger als «Katy Flowervalley». Für die gekonnte Parodie einer Influencerin erhielt sie Szenenapplaus.

Text: Karin Pfister, Neue Fricktaler Zeitung

Bild: zvg

Erschienen: 4. November 2022

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