Bild aus der Krimikomödie "Der Hexer" von Atréju Diener, gespielt von den Theaterlüüt Othmarsingen.

«Der Hexer» versetzt in Angst und Schrecken

Zwei Jahre konnten die Theaterlüüt Othmarsingen wegen der Pandemie nicht spielen. Nun feiern sie mit dem Krimistück «Der Hexer» ihr Bühnencomeback – und gleichzeitig ihr 30-jähriges Bestehen.

 

Vor fast hundert Jahren schrieb Edgar Wallace einen seiner bekanntesten Krimis: «Der Hexer», die Geschichte von Arthur Milton, einem der berüchtigtsten Verbrecher Englands.

 

Nun kommt Arthur Milton nach Othmarsingen. Hier versuchen die 22 bis 72-jährigen Theaterspieler der Theaterlüüt Othmarsingen, Miltons Verbrechen aufzuklären und ihn dingfest zu machen. Das Stück wird in der Theaterfassung des Schweizers Atréju Diener aufgeführt. Gespielt wird wie gewohnt in der Mehrzweckhalle Othmarsingen. Rund 150 Zuschauer haben hier Platz – bei Bedarf könne man auch dazustuhlen, so Produktionsleiter Lukas Frey, der im Stück Special Agent Bliss spielt. «Ein überheblicher, verachtender und hasserfüllter Polizist. Einfach ein unmöglicher Cheib», beschreibt Frey seine Rolle. «Er ist das pure Gegenteil von mir.» Trotzdem: Genau diese Herausforderung mache das Theaterspielen so spannend und abwechslungsreich.

 

Frey muss es wissen: Er ist seit der Gründung im Jahr 1991 dabei – nicht nur als Schauspieler und Produktionsleiter, sondern auch als Kulissenbauer. So hat er auch das Bühnenbild für das aktuelle Stück in rund drei Wochen grösstenteils selber hergestellt. Neben dem Theater hat Frey eine zweite grosse Liebe: das Segeln. Über eine grosse Segelreise nach Schweden im Jahr 2017 hat der Pensionär einen Foto-Video-Vortrag produziert, welcher im Rahmen eines «Special Event» am Dienstag, 7. März, gezeigt wird. «Alle Interessierten sind herzlich eingeladen.»

 

Wer ist der Hexer?

 

Auch Regisseurin Brigitte Wyss ist schon lang dabei: Seit 2007 hält sie als Regisseurin die Fäden in der Hand. Sie verrät: Eigentlich hätte die Theatergruppe dieses Jahr ein humorvolles Stück von Erich Kästner spielen wollen. Da dieses aber sechs Kinderrollen vorgesehen hätte und nur drei Kinder zum Mitspielen animiert werden konnten, sei man schliesslich auf den «Hexer» umgesattelt. «‹Der Hexer› hat keine Kinderrollen. Wir wollen die Kinder nicht enttäuschen, also haben wir kurzum einfach drei Kinderrollen dazugeschrieben», verrät Wyss, die in Hirschthal wohnt und neben den Theaterlüüt Othmarsingen auch bei anderen Theatergruppen Regie führt.

 

«Es sind nicht nur das Stück und seine Handlung, die Spannung erzeugen, auch die Dialoge und die Situationen sind so komisch und witzig, wie es erwartet werden darf. Ausserdem verdächtigt nach jeder Szene jeder einen anderen», erzählt Wyss. «Der Hexer ist ein Meister der Verkleidung und Tarnung und versteht es, sein Aussehen immer wieder zu verändern. Die Zuschauer dürfen sich auf einen spannenden Abend freuen», sagt sie.

 

Grosse Vorfreude

 

Noch werden die Abläufe verfeinert, und auch bei den Texten sind hier und da noch kleine Hänger vorhanden. Doch in einem Monat soll alles perfekt sein. Damit das Stück erneut zum Publikumserfolg wird, wird zweimal die Woche geprobt, kurz vor der Premiere Ende Februar geht es dann nach Solothurn ins Probewochenende.

 

Nach der zweijährigen, coronabedingten Bühnenpause blickt das gesamte Ensemble voller Vorfreude auf die Premiere am Freitag, 3. März. Auch das Publikum kann es allem Anschein nach kaum erwarten: Die Nachfrage nach Tickets für die fünf Vorstellungen, die wahlweise mit oder ohne Essensbegleitung gebucht werden können, ist gross. «Der Ticketverkauf ist gut gestartet. Die Vorstellung am Sonntagnachmittag ist schon fast ausverkauft», verrät Frey. Aber: «Es gibt aktuell für alle Aufführungen noch freie Plätze.»

 

Vor zwei Jahren – inmitten der Corona-Pandemie – hätte die Theatergruppe ihr 30-jähriges Bestehen gefeiert. «Das war schon traurig. Aber wir holen unser Jubiläum dieses Jahr nach», sagt Frey. Und: «Wir freuen uns riesig darauf, endlich wieder auf die ‹Bretter, die die Welt bedeuten› zurückzukehren. Das ist das grösste Geschenk.»

Text und Bild: Romi Schmid, Lenzburger Bezirks-Anzeiger

Erschienen: 08. Februar 2023

Schreibe einen Kommentar

Das könnte dich auch interessieren

Als erste Gruppe hat die Georgsbühne in Arth meine Krimikomödie "Der Hexer" aufgeführt. Die Zeitung "Rigipost" hat über die erfolgreiche Premiere berichtet.

Ab sofort können auch Theaterfreunde in Norddeutschland die Krimi-Komödie "Der Hexer" spielen und zwar auf Plattdeutsch. Der deutsche Theaterautor Wolfgang Binder hat das Stück ins Plattdeutsche übersetzt. Ein herzliches Dankeschön an dieser Stelle.

In Dwergte bei Molbergen wird meine Fassung von "Der Hexer" erstmals auf Plattdeutsch aufgeführt. Das Portal "OM Online" berichtet über die anstehenden Aufführungen des Heimatvereins Dwergte.