«Es ist ein Stück, das keine langen Erklärungen braucht»

Das Theater Mönthal begeisterte mit der Komödie «Hesch en Vogel?», die in einer Werbeagentur spielt. Am Samstag, 21. Januar, war Premiere.

 

«Wo sind wir da?», fragt der Buchhalter und Bankräuberlehrling Röbeli (Lukas Merkli) seinen Lehrmeister Kanonen-Carli (Patrik Wehrli). Gelandet sind sie, auf der Flucht vor der Polizei, weil Röbeli in der Bank den Türöffnungs- mit dem Alarmknopf verwechselt hatte, in der Werbeagentur des Daniel Wagner (Roland Inderwildi).

 

Bild aus der Produktion "Hesch en Vogel?" von Atréju Diener, gespielt vom Turnverin STV Mönthal.
Influencerin Kati Flowervalley (Anni Boutellier) braucht für ihre Modelkarriere eine Imagekampagne.

 

«Wir lösen nicht Probleme. Wir gehen Herausforderungen an», so das Commitment der Agentur, in der ein vorlauter Papagei namens Fridolin die Stellung hält. In dieser Agentur wollen die Räuber ihre Beute, eine Sporttasche voller Bargeld, verstecken. Dabei bekommt Daniel Wagner – früher mal Werber des Jahres – völlig unbeabsichtigt eine Türe an den Kopf geknallt und versinkt im Tiefschlaf. Er wird im Archiv deponiert. Und die Räuber sehen sich gezwungen, in neue Rollen zu schlüpfen.

 

Dialoge und Sprüche bringen das Publikum zum Lachen

 

Mit der Komödie «Hesch en Vogel?» haben sich die Mönthaler Theaterleute ein Stück ausgesucht, das mit seinen herrlichen Dialogen und Sprüchen das Publikum in der Turnhalle zu Lachsalven herausfordert. «Es ist ein Stück, das keine langen Erklärungen braucht», so Regisseur Jörg Birrfelder, der sich nach der Premiere am Samstag, 21. Januar, sehr zufrieden zeigte. Bis dahin brauchten die Mönthaler Theaterleute pandemiebedingt einen langen Atem.

 

«Wir haben 2021 mit den Proben begonnen», sagte Jörg Birrfelder. «Vor einem Jahr haben wir noch gehofft, das Stück auf die Bühne bringen zu können. Angesichts der unsicheren Situation entschlossen wir uns aber zur Verschiebung auf 2023.» Das Durchhalten hat sich gelohnt.

 

Bild aus der Produktion "Hesch en Vogel?" von Atréju Diener, gespielt vom Turnverin STV Mönthal.
Die neue Sekretärin Elena Hofmann (Evi Fedrizzi) greift zur Waffe.

 

Schlag auf den Kopf hat eine Rückführung in die Werbewelt ausgelöst

 

Auf der Bühne jedenfalls geht es Schlag auf Schlag. Wagners neue Sekretärin Elena Hofmann (Evi Fedrizzi) will ihren Job antreten. Die Influencerin Kati Flowervalley (Anni Boutellier) hat einen Bad Hair Day und braucht für ihre Modelkarriere eine Imagekampagne. Schwester Constanza (Barbara Widmer) möchte mit Hilfe der wagnerschen Werbestrategie die Kirchen füllen. Und Wagners Frau Sarah (Manuela Sala) schlägt sich mit dem Maler Jean-Pierre Hösli (Mauro Fedrizzi) – «Designer, nicht Maler. Sie werden es an der Rechnung merken» – herum, der das Wohnzimmer verschönern soll.

 

Bild aus der Produktion "Hesch en Vogel?" von Atréju Diener, gespielt vom Turnverin STV Mönthal.
Papagei Fridolin gibt gerne seinen Senf dazu.

 

Dazwischen irrlichtert der echte Wagner, bei dem der Schlag an den Kopf offensichtlich eine Art Rückführung in seine Werbewelt ausgelöst hat, durch die Szene und löst einen Beifallssturm aus, als er, im weissen Berufsmäntelchen, anhebt: «Min Name isch …» Natürlich gibt auch Fridolin – «Schnauze, Fridolin!», muss ihm Kanonen-Carli drohen – seinen Senf zu allem.

 

Offen bleibt, wie man es in Mönthal fertiggebracht hat, dass der Vogel in den unpassendsten Momenten den passenden Kommentar abgibt und die Flügel bewegt. Bis zum Schluss offen bleibt auch die Frage: Wo ist eigentlich die Tasche mit all dem schönen Geld?

Text: Louis Probst, Aargauer Zeitung

Bild: Louis Probst

Erschienen: 23. Januar 2023

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