Bild aus der Theaterkomödie "Alles Werbung, oder was?" von Atréju Diener, gespielt von der Mundartbühne Worblingen.

Für die Lachmuskeln: Worblinger Mundartbühne präsentiert „Alles Werbung, oder was?“

Eine Influencerin, ein verzweifelter Bankräuber und ein schreiender Papagei: Die Laienschauspieler der Worblinger Mundartbühne sorgen mit dem modernen Stück im Pfarrheim für etliche Lacher im Publikum.

 

Nach langer Coronapause dürsteten die Laienschauspieler der Mundartbühne Worblingen und auch die Zuschauer nach der Wiederaufnahme der Theatertage. Entsprechend war der Besucherandrang. Denn alle Plätze im Pfarrheim, das knapp 200 Gäste fasst, waren bei der letzten von vier Vorstellungen besetzt.

 

Die Mundartbühne hatte sich für ein modernes Stück des noch jungen Schweizer Autors Atréju Diener mit dem Titel „Alles Werbung, oder was?“ entschieden, das Désirée Moser mit Fleiss und Akribie ins Alemannische übertrug.

 

Realitätsnah und doch überspitzt

 

Darüber hinaus glänzte sie als Papagei Fridolin mit der längsten Bühnenpräsenz, da sie während aller drei Akte im Holzkäfig saß. In dieser Rolle waren allerdings ihre Textbeiträge überschaubar, denn sie stieß zumeist lediglich spitze Vogelschreie aus. Die Aktualität oder Modernität des Stücks war daran zu erkennen, dass eine Influencerin eine wesentliche Rolle spielt.

 

Also eine Frau, die damit Geld verdient, dass sie ihre Follower ständig an ihrem Leben teilhaben lässt und dabei Alltagsprodukte vor die Linse hält. Herrlich überdreht und doch so realitätsnah verkörperte sie Bettina Glaser-Spallek.

 

Von einer Verlegenheit in die nächste

 

Hingegen blickte Christian Kalyciok meist mit purer Verzweiflung ins Publikum, denn als ruhiger und konservativer Buchhalter war er von seinem Kumpel und Berufsverbrecher, überzeugend gespielt von Thomas Bertsche, zu einem Banküberfall überredet worden und stolperte während der Flucht von einer Verlegenheit in die nächste.

 

Einen der besten Gags brachten Gabi Grünvogel und Theo Rüttinger auf die Bühne. Er: „Probieren sie dieses Kräuterbonbon! Und wer hat‘s erfunden? Die Schweiz!“ Sie nimmt eines, lutscht es, verzieht das Gesicht und meint: „Ach so, deshalb schmeckt‘s so neutral nach nichts.“ Nach Abschluss mit Happy End brandete dem durchweg überzeugenden Laienensemble lang anhaltender und dankbarer Applaus des Publikums entgegen.

Text und Bild: Elmar Veeser, Südkurier

Erschienen: 2. November 2022

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