Bild aus der Theaterkomödie "Hesch en Vogel?" von Atréju Diener, gespielt vom Laientheater Limberg.

In dieser Werbeagentur herrscht Chaos

Auf der Bühne des Laientheater Limberg überschlagen sich die Ereignisse. Zwei ungeübte Räuber, ein sprechender Vogel und diverse Verwechslungen führen schon bei der Probe von «Hesch en Vogel?» zu guten Lachern. 

 

Im Küsnachter Limbergsaal auf der Forch ist das Bühnenbild schon vorbereitet. Das bieder eingerichtete Arbeitszimmer erinnert an ein 08/15-Büro: Es gibt einen Schreibtisch und verschieden grosse Regale in einer Ecke, dazu eine Couch mit einem kleinen Glastisch in der anderen Ecke der Bühne. Die passende Dekoration wurde auch nicht vergessen. Zeitungen liegen auf dem Tisch neben der Vase mit Tulpen, Plakate hängen an der Wand und alle möglichen Mappen und Stifte stehen auf dem Schreibtisch. Nur die ungewöhnlich roten Wände stechen heraus, auch nicht zu übersehen ist der goldene Käfig mitten im Raum, welcher anfänglich aber noch mit einem Tuch überdeckt ist. 

 

Nach einer zweijährigen Coronapause geht es endlich wieder los für die kleine Theatergruppe. «Ich freue mich sehr, dass ich dieses Jahr wieder dabei bin und wir mit so einer grossartigen Komödie auftreten», meint die Regisseurin Deborah Loosli. Das ist schon die vierte Produktion, bei der sie die Regie für das Limbergtheater übernimmt. 

 

Drunter und Drüber 

 

Worum es genau in dem Stück geht, will die Regisseurin nicht verraten. «Ich will ja nicht die Überraschung verderben», schmunzelt die junge Frau. Doch zumindest eine kurze Zusammenfassung gibt sie bereitwillig. Der Buchhalter Robert Binggeli ist aufgrund der Finanzkrise in Geldnot geraten. Darum lässt er sich von seinem Cousin Carlo Stalder dazu überreden, eine Bank auszurauben. Doch die Flucht läuft schief und die beiden suchen in einer Werbeagentur Versteck. Dort werden sie aber schnell entdeckt. 

 

Um nicht aufzufliegen, verstricken sich die beiden Bankräuber immer mehr in Lügen. Neue Kunden der Werbeagentur, ein verwirrter Inhaber und nicht zuletzt ein sprechender Papagei namens Fridolin machen ihnen dabei das Leben schwer. Durch viele Wortwitze und gute Situationskomik garantiert das Theaterstück für einen lustigen Abend. «Unsere Zuschauer können einen lustigen, turbulenten Abend erwarten. Durch die Verwirrungen und die Witze wird es auf jeden Fall nicht langweilig», betont die Vereinspräsidentin Stefania Schneider. 

 

Seit 2008 auf der Bühne 

 

Die Vereinspräsidentin spielt schon seit 2008 bei den Aufführungen mit. Das Laientheater Limberg löste 2016 das Männerchorchränzli ab. Es ist dem Genre treu geblieben und bringt jedes Jahr ein Luststück auf die Bühne. «Die Leute haben uns am Anfang gefragt, ob wir eher Komödien aufführen würden. Das war für uns keine Frage. Traurige Geschichten gibt es schon genug im echten Leben. Hier wollen wir unseren Zuschauerinnen und Zuschauern einen guten Abend verschaffen und vielleicht auch eine Auszeit vom alltäglichen Stress», schildert Stefania Schneider.

 

Sie hat das Präsidium 2019 übernommen und ist mit Leidenschaft und Herz dabei. «Klar gibt es sehr viel zu tun, aber ich mach das sehr gern. Ich wohne hier und kann somit etwas an die Gesellschaft zurückgeben. Das Laientheater ist einfach ein absolutes Herzensprojekt», erzählt sie mit einem breiten Lächeln. Auch bei dieser Komödie spielt sie mit und stellt zusammen mit den zwei Bankräubern als Sekretärin eine der Hauptfiguren des Stücks dar. 

 

Ein grosses Team

 

Insgesamt wirken 14 Personen beim Laientheater mit, vor und hinter der Bühne. Bei der Probe ist schnell zu erkennen, wie eingespielt das Team ist. Deborah Loosli sitzt vor der Bühne am Künstlertisch und verfolgt konzentriert das Spiel. Der Techniker steuert aus der hinteren Ecke des Saals Licht und Ton, so löst er auch das Klingeln des Telefons zur richtigen Zeit aus. Die Souffleuse verfolgt aufmerksam das Spiel und flüstert den Schauspielern den Text zu, falls dieser vergessen wird.

 

Obwohl jeder hier seinen Part zu erfüllen hat, helfen sich alle gegenseitig und geben einander vor der Probe schon Tipps und Tricks. Wie das Zusammenspiel so gut funktioniert, wird vom Schauspieler Martin Koch, der einen der Räuber spielt, beantwortet. «Wir haben eine strenge Regie», wirft er lachend ein. «Ohne strenge Regie kommt nichts weiter», erklärt die Regisseurin Loosli gelassen. Ihr gefällt die Arbeit hier besonders gut. «Ich finde es schön zu sehen, wie die Personen sich entwickeln und weiterlernen und wie ihre Spielfreude wächst», meint sie. 

 

Bei der Aufführung hofft das ganze Team auf einen reibungslosen Ablauf. «Wir würden uns natürlich auf ausgebuchte Reihen freuen, aber auch bei einer halben Besetzung geben wir unser Bestes», versichert Stefania Schneider. So können die Zuschauer einen schönen Abend erwarten mit Protagonisten, die alles geben, einer interessanten Kulisse und vielen Kostümierungen und dabei noch Kaffee, Kuchen und andere feine Speisen aus der Theaterküche geniessen. 

Text: Monika Abdel Meseh, Der Küsnachter

Bild: zvg

Erschienen: 29. Januar 2023

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