Musicalstimmung, ein witziges Theater, Tombola und Tanzmusik – der Unterhaltungsabend der MGZ war ein voller Erfolg.
[…] Nach einer kurzen Pause ging der Vorhang auf für den Einakter «Goodbye Chuchichäschtli» von Luca Römer. Im kleinen Dorf gibt es zwei Wirtshäuser, den Leuen und den Hirschen. Hirschenwirtin Silke (Madlaina Caviezel), bekannt als Spätzlekönigin, und Leuenwirt Hansruedi Wäckerli (Urs Roos), der Röstikönig, liefern sich einen erbitterten Konkurrenzkampf. Gemeindepräsident René (Heinz Knöri) will niemanden bevorzugen. Deshalb hat er die 1.-August-Feier in den Leuen verlegt, allerdings mit Catering von Hirschenwirtin Silke, eine Zuzügerin aus dem Schwäbischen. Natürlich stehen da Spätzle auf dem Menü: mit Gehacktem, mit Zürigeschnetzeltem und mit Vacherin. Zum Dessert gibt es Schokoladefondue mit Toblerone – und Spätzle zum Tunken.
Der Duden als Erzfeind
Silke ist seit fünf Jahren in der Schweiz und versucht verzweifelt, anhand eines Buches Schweizerdeutsch zu lernen, jedoch mit wenig Erfolg. Erstaugustredner Hansruedi hat als Thema den Schutz des schweizerdeutschen Dialekts gegen die Verunreinigung durch hochdeutsche Wörter gewählt. Verbissen übt er seine Ansprache, während Kellnerin Rita (Christa Schmocker) das Wirtshaus dekoriert. «Es heisst Anke, nicht Butter, und Güetzi, nicht Keks», moniert er vom Rednerpult, beschwört Wilhelm Tells Kampf gegen die Habsburger und erklärt den Duden zum Erzfeind. Ständig wird er von Rita und der Gemüsehändlerin Heidi (Rachel Müller) unterbrochen, die in ihn verliebt ist. Hansruedi stolpert über die mitgebrachte Apfelgirlande von Heidi und schlägt den Kopf an eine Treichel. Der Schlag hat offenbar das Sprachzentrum im Gehirn beeinflusst – Hansruedi spricht plötzlich nur noch Hochdeutsch. Nicht einmal den eigenen Namen kann er noch richtig aussprechen und schon gar nicht Chuchichäschtli. Nun ist guter Rat teuer: Wie soll er bloss seine Rede halten können?
Schnelle Repliken, eine straffe Regie und gutes Schauspiel sorgten für beste Unterhaltung. Besonders beeindruckte Urs Roos in einer anspruchsvollen Rolle mit mehreren Akzentwechseln. Der Abend setzte sich mit Barbetrieb, Tombola und der schnellen Tanzmusik der Örgelifründe Aegelsee im rassigen Berner Stil fort.