Theater Besenbüren: Spannung und viel Werbe-Nostalgie

Das Premierenpublikum zeigte sich begeistert von Hesch en Vogel?. Am Freitag und Samstag bietet sich nochmals Gelegenheit, sich die diesjährige Produktion in Besenbüren anzuschauen. Das Theater Besenbüren unterhält mit einer Krimi-Komödie in drei Akten.

 

Als der Vorhang nach 23 Uhr zum letzten Mal fällt, ist der Jubel gross. Erst einzeln, dann gemeinsam zeigen sich die Mitwirkenden nochmals dem Publikum und dürfen lang anhaltenden Applaus entgegennehmen. Einmal mehr ist es der Crew des Theaters Besenbüren um Regisseur Bruno Brunner gelungen, ihr Publikum bestens zu unterhalten – und das über drei Stunden.


Atmosphärischer Einstieg

 

Schon der Start ins aktuelle Stück Hesch en Vogel? hat es in sich. Zwei schwarz vermummte Gestalten schleichen sich mit Taschenlampen durch den dunklen Saal. Davor waren die Geräusche einer Verfolgungsjagd zu hören und schliesslich ein Knall, gefolgt von Scheppern. «Ein einziger Pfosten weit und breit – und du fährst da rein», wirft der erfahrene Bankräuber Carlo Stalder (Thomas Räber) seinem Auszubildenden, dem eigentlichen Buchhalter Robert Binggeli (Michael Diener) vor. Plötzlich erschrecken beide, so, als hätten sie soeben erst die über 200 «Zeugen» im Publikum entdeckt. So muss bereits die erste Ausrede her. «Undercover im Einsatz» seien sie, flunkern die beiden – und finden in einer Werbeagentur Unterschlupf.

 

Täuschungsversuche und Verwechslungen erzeugen in der Folge immer wieder Spannung. Und für lautstarke Lacher sorgen die Situationskomik und in schöner Regelmässigkeit auch originelle Sprüche. Etwa als Sarah Wagner (Fabienne Stenico) der ehemaligen Sekretärin ihres Mannes eine «Arbeitsmoral eines bekifften Faultiers» attestiert. Daniel Wagner (Patrick Grob) schwelgt derweil in Erinnerungen an seine früheren Erfolge. «Luegt dis Image rosig drii, bisch bim Dani Wagner gsii», hat sich als Werbung in eigener Sache längst abgenutzt. Als Werber hatte er schon lange keine zündende Idee mehr. Und ein Schlag auf den Kopf lässt ihn gar in eine eigene Nostalgie-Werbewelt abtauchen. Im reichen Funduns der Agentur findet er die passenden Requisiten.


Unerwartete Wendung

 

Für zusätzlichen Drive sorgen die neue Sekretärin (Doris Dethomas), die just an diesem Tag startet, eine hippe Influencerin (Clio Meier), für die der gefrässige Agentur Papagei (Stimme von Christine Peter) ein «farbiger Pinguin» ist, eine Nonne (Luzia Brun), die von den vermeintlichen Werbeprofis wissen will, wie sie wieder mehr Junge in die Kirche locken könnte, und ein Designer (Ruedi Senn) mit eigenwilligen Vorstellungen und französischem Akzent. Und da wäre noch die Tasche mit der Beute, die sich plötzlich nicht mehr finden lässt.

 

«Bankraub über Bankraub in den letzten drei Jahren – aber noch nie habe ich so viel Nerven gebraucht», beschwert sich Carlo Stalder. Den Vorschlag seines «Lehrlings»: «Wollen wir nicht ohne das Geld abhauen», schmettert er dann aber doch in aller Vehemenz ab: «Hesch en Vogel?». Als wäre das noch nicht genug, ist im Stück von Atréju Diener nicht jeder Protagonist, was er zu sein scheint. Und so darf sich das Publikum auf eine unerwartete Wendung freuen.

 

Kommendes Wochenende wieder

 

Nicht nur auf der Bühne vermag das Miteinander der Dorfvereine – STV Besenbüren, Frauenverein, Bäsibürer Häxe und Männerriege -, die alle zwei Jahre gemeinsam für einen unterhaltsamen Theaterabend sorgen, zu überzeugen. Auch was die Bewirtung und das Pausenquiz – dazu sei noch nicht mehr verraten – anbelangt, wird einiges geboten.

Text: Thomas Stöckli, Wohler Anzeiger

Bild: Thomas Stöckli

Erschienen: 9. Januar 2024

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