Furttaler: Wenn das Zimmermädchen plötzlich zum Callgirl wird

Das neue Stück der Theater-Büüni Taninchova heisst Traumhochziit – und zeigt sich definitiv als Alptraum-Hochzeit. An der Probe vom letzten Sonntag zeigte sich, warum die Aufführungen in Dänikon seit Jahren ausverkauft sind.

Das Licht geht an, ein Doppelbett mit rustikaler Bettwäsche steht auf der Bühne. Ein Paar schläft darin. Der Mann erwacht und gerät in Panik: «Kenne ich Sie?!» ruft er der Frau neben sich zu. Sie ist nicht weniger erschrocken und langsam kommt Licht ins dunkle Männer-Gehirn. Alex, Bräutigam in spe, hatte am Vorabend seinen Polterabend, trank nicht gerade wenig, ist hingefallen, sieht dementsprechend aus – und sollte heute heiraten!

Fremde Frau in der Hochzeitssuite

Wer die Frau in seinem Bett ist, notabene der Hochzeitssuite, die für seine Ehefrau und ihn gebucht wurde, wird erst mit der Zeit klar. Klar ist aber, dass Lisa, die schöne Unbekannte, weg-muss. Und zwar sofort. Als es an der Suitentür klingelt, verzieht sie sich also samt Bettdecke ins Badezimmer. Und bleibt dort für eine lange Zeit. Trauzeuge und bester Freund Tomy muss dann als Sündenbock für die abenteuerliche Geschichte am Abend zuvor hinhalten. Und eine nicht unerhebliche Rolle spielt eine WC-Bürste, mit welcher der verkaterte und völlig aufgelöste Alex wild herumfuchtelt.

Gewollte und ungewollte Verwirrung

Als Alex‘ aufgedrehte Braut Vicky mit ihrem monströs grossem Glitzer–Beautycase eintrifft, spürt sie die kribbelige Stimmung bald und reagiert mit berechtigtem Misstrauen. Natürlich wird alles nur noch schlimmer: So wird das richtige Zimmermädchen Linda in den Plan eingespannt, die ominöse Badezimmer-Lady unbemerkt aus der Suite zu bringen. Dass dies nicht klappt, versteht sich von selbst. Die Irrungen und Verwirrungen sorgen für herzliche Lacher im Publikum. Die Sprüche im Stück, welches Autor Robin Hawdon geschrieben hat, sind träf und kommen an. So wird aus dem wirklichen Zimmermädchen Linda plötzlich ein Callgirl und im Hotel römische Orgien veranstaltet, zumindest vermeintlich.

Regisseur Paul Koch ist zufrieden

Regisseur Paul Koch, der das sechste Mal in Serie bei der Theater-Büüni Taninchova Regie führt, lässt den Amateur-Schauspielenden heute freien Lauf. Ohne Regieanweisungen spielen sie den Zweiakter durch, in der Pause und am Schluss gibt er ihnen Feedback. «Ich bin sehr zufrieden, die Schauspielenden proben seit Ende August einmal pro Woche, seit Februar zweimal die Woche. Es klappt sehr gut!»

Nachwuchs und Männer gesucht

Wie in vielen Theatervereinen mangelt es auch bei der Theater-Büüni Taninchova an Mitgliedern – vor allem an jungen Frauen und Männern und generell an Männern. Wenn man also auf oder hinter der Bühne dabei sein möchte, so kann man sich unter www.taninchova.ch melden.

Text: Malini Gloor, Furttaler
Erschienen: 22. Februar 2019

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