«Mission Million» – der Bühnen-Virus 22 aus Gränichen spielt ab dem 5. Oktober eine turbulente, aberwitzige Komödie.
Der Gränicher Theaterverein Bühnen-Virus 22 legt nach. «Das letztjährige Stück ‹Wenns Zwölfi schloot› kam sehr gut an», sagt Barbara Marti, Regisseurin. Das heisst: Die Messlatte für die zweite Produktion des 2022 gegründeten Vereins liegt hoch. Um es vorwegzunehmen: nicht zu hoch. Denn mit der Komödie «Mission Million» hat der Verein «nach langer Suche» eine Wahl getroffen, die das Publikum nicht enttäuschen wird.
Der Name Hans Gmür bürgt für Qualität; Atréju Diener aktualisierte dessen Stück «Eine Million im Ehebett», und Barbara Marti passte das Stück auf ihre Spieltruppe an. So werden in Gränichen aus Polizisten halt Polizistinnen.
Höchst pikante Ausgangslage sorgt für Turbulenzen
Die Ausgangslage: Der Postangestellte Benno Stierli (Daniel Rohrer) hat vorgegeben, sich einer Wurzelbehandlung beim Zahnarzt unterziehen zu müssen. Stattdessen gönnt er sich ein Schäferstündchen bei Lisa Morf (Rachel Hochstrasser). Dumm nur, dass genau in dieser Zeit die Postfiliale überfallen wird.
Nicht genug des Ungemachs: Lisas Ehemann Jakob (Roli Marti) kommt früher als erwartet nach Hause. Wohin soll Lisas Sti(nk)erli fliehen? Aha: der Balkon. Dort hat aber auch der Räuber seine Million samt Mantel zwischengelagert, und als der gehörnte Jakob Stierli sie entdeckt, zählt der eins und eins zusammen und zückt die Pistole im Glauben, den Täter erwischt zu haben.
Wo bleibt die gestohlene Million?
So leicht geht die Sache freilich nicht aus, obwohl Polizeiwachtmeisterin Hubacher (Nora Müller) und Polizeischülerin Sturzenegger (Stefanie Marti) sich alle Mühe geben. Als noch die als Huhn verkleidete Pouletgrilleuse (Susanne Zaugg), deren Güggeli-Express eben ausgebrannt ist, erscheint, steigern sich die Turbulenzen im Hause Morf zum Chaos, unterfüttert von stark einsturzgefährdeten Lügengebäuden der Männer.
Ja, auch Jakob Morf, der Entwickler ausgeklügelt absurder Sicherheitsschlösser, frisst unter dem Hag durch: Angela Kunz (Simone Fankhauser), die sich nach Interviews mit «ZDF, SRF und WWF» schon als Hollywoodstar sieht, ist die Holde. Und warum versteckt sich Hannes Gfeller (Simon Ficht) in Morfs Schrank? Ein Glück für die Polizei: Die Nachbarin mit dem Feldstecher (Patricia Niklaus) sorgt nicht nur für ihren Mann, sondern auch für die soziale Kontrolle im Quartier. Wo aber bleibt die gestohlene Million? Im Köfferchen, in der Blumenvase oder in der Bettflaschenhülle in Schweinchenform?
Ab 5. Oktober gibt es vier Aufführungen
Das Stück lebt von Situationskomik, Wortwitz und Gags, und die Truppe kann dabei ihre Spielfreude voll ausleben. In Morfs Stube mit Balkon (Bühnenbau, Kulissen, Technik: Bruno, Patricia, Mathias und Lukas Niklaus) sind komödiantische Naturtalente am Werk. In der Manöverkritik in der Probenpause weist Barbara Marti auf wichtige Punkte hin: Lautstärke, Deutlichkeit, Pausen, Betonungen. Verwechslungskomödien leben auch vom Tempo.
Gab es im letzten Jahr an den Aufführungen kleine Snacks, so ist dieses Jahr neben Bistro-Plättli und Desserts ein richtiges warmes Menü zu haben. Die Geschichte dahinter, so Barbara Marti: «Ein letztjähriger Besucher hätte mitspielen wollen, da er aber in der Gastronomie arbeitet, ging das nicht. Und nun kocht er für uns.» Und einige Teilnehmende aus den Jugend-Workshops – der nächste startet am 23. Oktober – sind bei der Begrüssung auf der Bühne.