Die Theaterlüüt Ämme zeigen im neuen Stück «Rent A Family», wie schnell Lügen überborden.

Theaterlüüt Ämme: Der Spontanbesuch der Tante führt ins Lügenchaos

Die Theaterlüüt Ämme probten ihr neues Stück häufiger online als live. Die Spiellust ist umso grösser geworden.

 

Thomas Nägeli hat Geburtstag, sein Butler Johan sorgt für Dekoration und Ständchen. Doch wo bleibt die Post, vielmehr der grosszügige Check von Tante Jutta aus Kalkutta? Pflichtverteidiger Nägeli lebt nämlich gerne in Saus und Braus, sein Job bringt aber zu wenig ein. Die Grosszügigkeit seiner Tante kommt ihm da seit Jahren gelegen: Er erfand sogar Ehefrau, Baby und einen bedürftigen Schwiegervater, um den guten Willen der Tante voranzutreiben.

  

Mit blonder Perücke wird die Gattin erweckt

 

Dieses Jahr aber lässt es sich das Tantchen nicht nehmen, den Check persönlich vorbeizubringen: Unangekündigt steht sie vor der Türe, neugierig, die Familie ihres Neffen endlich kennen zu lernen. Da ist guter Rat teuer. Zum Glück hat Nägeli einen guten Freund, der Schauspieler ist und sich aktuell auf eine Frauenrolle vorbereitet. Im Blumenkleid und mit blonder Perücke ist die Gattin schnell zum Leben erweckt. Dass Butler Johan jüngst Vater wurde und dessen genervte Frau das Baby bei ihm absetzt, löst auch das Problem, einen Säugling präsentieren zu müssen. Doch als die Tante «Amadeus» wickelt, fehlt etwas Entscheidendes: Aus ihm wird flugs «Amanda» und das Lügengebilde immer vergnüglicher und abstruser.

 

Die Theaterlüüt Ämme zeigen mit «Rent A Family» den Komödienklassiker «Tante Jutta aus Kalkutta» in neuem Gewand. Die Version von Atréju Diener hält noch mehr Spannung, Witz und Überraschungen bereit. Das Stück verlangt den Spielerinnen und Spielern viel Konzentration und Erfahrung ab, so müssen die Einsätze trotz vieler Türen und immer neuer chaotischer Zustände punktgenau kommen. Regisseurin Helga Schwegler hat die neun Spielenden mit intensiven und – coronabedingt – aussergewöhnlichen Proben zur Bühnenreife geführt. «Über die Hälfte der Zeit probten wir online, jeder daheim vor seinem PC. Mimik, Gestik, Gänge mussten wir erst nachholen, als wir ab August live spielen konnten.»
 

Text und Bild: Yvonne Imbach, Luzerner Zeitung
Erschienen: 8. Oktober 2021

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