Der Hexer

Krimi-Komödie in zwei Akten von Atréju Diener

Nach einem Roman von Edgar Wallace
Vertrieb beim Plausus Verlag, Bonn
Erschienen am 30. Juli 2020

Der Inhalt

Die junge Sekretärin Meghan Milton wird erhängt in ihrem Zimmer aufgefunden. Das bringt Scotland Yard in Aufruhr. Nicht weil es Zweifel am Selbstmord der jungen Frau gibt, sondern weil Meghan die Schwester von Henry Arthur Milton ist. Milton, in der Öffentlichkeit auch bekannt als „Der Hexer“, ist einer der meistgesuchten Verbrecher Englands. Er gibt Meghans Chef, dem schmierigen Rechtsanwalt Maurice Messer, die Schuld an deren Tod.

 

Die Polizei vermutet, dass der Hexer sein Versteck verlassen hat, um mit Messer abzurechnen. Inspector Alan Wembury erhält den Auftrag die Tat zu verhindern. An seiner Seite ein Top-Team bestehend aus dem einzigen Polizisten, der den Hexer je gesehen hat sowie einem der weltbesten Verhaltenspsychologen. Gemeinsam wollen sie den Hexer schnappen. Doch das ist gar nicht so einfach, denn der Hexer ist ein Meister der Verkleidung. Können Wembury und sein Team den Mord verhindern? Wem können sie trauen? Und vor allem: Wer ist der Hexer? Die Antworten auf diese Fragen werden erst ganz zum Schluss beanwortet.

 

Edgar Wallaces bekanntester Krimi als Bühnenfassung. Eine packende Geschichte mit unerwarteten Wendungen, spritzigem Humor und Spannung bis zur letzten Sekunde.

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Mein Interview zum Stück mit Enrico Maurer, Geschäftsführer des Breuninger Verlags.

So kam es zum Stück

Es war Mai, es regnete in Strömen und ich sass im Bus. Da klingelte mein Telefon. Enrico Maurer vom Breuninger Verlag fragte mich, ob ich Lust hätte, einen Krimi zu schreiben. Er würde gerne ein paar Edgar Wallace Krimis in sein Sortiment aufnehmen und dachte da unter anderem an mich. Erst war ich etwas skeptisch. Das Komödien mir liegen, das wusste ich bereits. Aber ein Krimi? Als Kind verschlang ich Krimis am Laufmeter (allerdings eher die von Agatha Christie und nicht Edgar Wallce), doch einen zu schreiben? Ich versprach ihm, es mir zu überlegen.

Porträt des Krimiautors Edgar Wallace, der unter anderem mit

Drei Romane von Edgar Wallace standen zur Auswahl, eine Schweizerdeutsche Bühnenfassung exisitiert bei keinem. Ich las auf Wikipedia den Kurzinhalt der drei Stücke und hörte mir Hörspiele an. Lange überlegen musste ich nicht. „Der Hexer“, erschienen in den 1920-er Jahren und der wohl bekannteste Wallace-Krimi bis heute, fesselte mich sofort. Ein unbekannter Killer, Polizisten, die bis fast zum Ende im Dunkeln tappen und ein überraschender Schluss – einfach genial.  Und ich konnte mir die Geschichte gut auf einer Bühne vorstellen. Also sagte ich zu.

Als erstes las ich den Roman, dann schaute ich mir den Film von 1964 an. Obwohl beides gut war, unterschieden sich die beiden stark. Dies hat den einfach Grund, da 1964 die Originalgeschichte von Edgar Wallace und damit auch die Auflösung sehr bekannt war. Damit das Publikum dennoch ins Kino gelockt werden konnte, entschied sich Regisseur Alfred Vorher die Geschichte neu und mit anderen Charakteren zu erzählen. Da aus meiner Sicht sich aber die Originalstory besser für eine Bühnenfassung eignete, orientierte ich mich an der Romanvorlage.

Die Kunst bestand darin, die Handlung noch spannender zu machen und alles an einem Ort geschehen zu lassen, aber nicht den Charme der Geschichte zu verlieren. Ich wählte eine alte englische Bibliothek im Landhaus von Maurice Messer. Zudem holte ich die Geschichte in die heutige Zeit, was ein paar Änderungen zur Folge hatte.

Logo des Films

Auch bei den Rollen kamen einige dazu. Besonders die tratschende Mrs. Winterbottom eignete sich gut, um auch etwas Humor ins Stück zu bringen.

Gerade an Frauenrollen mangelte es in der Originalgeschichte. Dabei liess ich es mir nicht nehmen, ein paar Anspielungen auf Edgar Wallaces Leben zu machen. So ist beispielsweise die Mrs. Chief Inspector nach Wallace Mutter Mary Jane Richards benannt. Ich straffte die Geschichte stark, sodass sich alles in Echtzeit abspielt (im Original geht die Geschichte über Wochen). Zudem brachte ich auch mehrere neue Aspekte hinein. Zum Beispiel das Tagebuch von Meghan Milton, das legen von (falschen) Fährten für den Zuschauer und auch einige Teile der Auflösung.

Ende April 2020 – fast ein Jahr nach dem Anruf – war es dann soweit. Gerade noch rechtzeitig für den neuen Verlagskatalog, indem auch Hesch en Vogel? und Rent a Family erschienen, stellte ich „Der Hexer“ fertig – mein vierter Streich. Seit Ende Juli 2020 ist das Stück auch in einer Hochdeutschen Fassung beim Plausus Verlag in Bonn erhältlich. Im November 2020 und im Januar 2021 folgte dann zwei Plattdeutsche Fassungen – eine im Originalschauplatz und eine mit Schauplatz in Norddeutschland.  Übersetzt wurden die Fassungen von Wolfgang Binder.