Bild aus der Theaterkomödie "Tante Jutta aus Kalkutta" oder "Rent a Family", eine Neubearbeitung von Atréju Diener, gespielt vom Theaterverein Sölden.

Theaterverein Sölden: Ein Leben in Saus und Braus

Der junge Rechtsanwalt Thomas Hannemann führt ein Leben in Saus und Braus – und zwar dank seiner Tante Jutta aus Kalkutta. Um seinen Lebensstil fortführen zu können, erfindet er Frau, Kind sowie einen zu versorgenden Schwiegervater. Bisher ist er mit dem Schwindel auch gut verfahren, bis aber eines Tages Tante Jutta vor der Tür steht. Nun droht alles aufzufliegen. Seine Freunde sowie ein «Stammkunde» stehen ihm aber zur Seite, was aber zu erheblichen Verwicklungen und damit auch zu Lachsalven im Publikum führt. 
 
Der Theaterverein Sölden hat sich für die heurige Theatersaison wieder für eine Komödie entschieden. Der Komödienklassiker «Tante Jutta aus Kalkutta» von Max Reimann und Otto Schwartz hält im neuen «Ötztaler Gewand» und dan der Neubearbeitung unter der Regie von Karoline Thaler, Spannung, Witz und einige Überraschungen bereit.  
 
Bild aus der Theaterkomödie "Tante Jutta aus Kalkutta" oder "Rent a Family", eine Neubearbeitung von Atréju Diener, gespielt vom Theaterverein Sölden.
Publikumsliebling Marie-Luise Scheiber, die die Obdachlose «Frieda» verkörpert, stört Thomas Hannemann (Gotthard Plörer) beim Lesen der RUNDSCHAU.
 
Die Turbulenzen nehmen ihren Lauf als die Tante von Thomas Hannemann (Gotthard Plörer) plötzlich auftaucht. Der Pflichtverteidiger mit tiefen sozialem Bewusstsein hat sich in der Zwischenzeit ein Konstrukt aus Lügen aufgebaut, um damit immer wieder finanzielle Zuwendungen seiner Tante, die im indischen Kalkutta lebt, zu ergattern. So wurde von ihm im Laufe der Jahre eine kleine Familie samt kleinen Sohn schlichtweg erfunden.
 
Plötzlich eine Frau
 
Just in dem Moment als sein Freund und Schauspieler Laurenz Nicolin (Ralph Tschol) ihm mitteilt, dass er für das Theaterstück «Charlys Tante» in die Rolle einer Frau schlüpfen würde, passiert es: Während sich Laurenz als Frau verkleidet, um Thomas Hannemann dies vorzuführen, taucht plötzlich die «Tante Jutta aus Kalkutta» (Angelina Falkner) auf. 
 
Bild aus der Theaterkomödie "Tante Jutta aus Kalkutta" oder "Rent a Family", eine Neubearbeitung von Atréju Diener, gespielt vom Theaterverein Sölden.
Es wird immer enger für Anwalt Hannemann.
 
Somit musste er kurzerhand und völlig überraschend als Frau Hannemann herhalten. Als dann noch Maja (Eva-Maria Wilhelm), die Gemahlin von Johann (Manuel Petermair) – dem Diener von Thomas Hannemann – mit ihrer kleinen Tochter ins Spiel kommt, ist die «Familie» plötzlich komplett. Sofort ist die betuchte Tante von dem «Kleinen» angetan. Jetzt wird alles getan, nur damit die Tante ja nicht dahinterkommt, dass im Babygewand des kleinen «Amadeus» in Wahrheit «Amanda» steckt. 
 
Immer wieder Frieda
 
Die Obdachlose Frieda (Marie-Luise Scheiber) taucht immer wieder bei den «Hannemanns» auf, um einmal mehr Zuwendungen finanzieller Art, des im Grunde sozialen, Anwalts zu ergattern. Aus ihrer Neigung sich gerne das ein- oder andere Tröpfchen zu gönnen, macht die resolute «Heimatlose» durchaus keinen Hehl. So wird von ihr bei jedem Anlass «Auf dos trink miar ietz oas» vorgeschlagen und auch gemacht. 
 
Bild aus der Theaterkomödie "Tante Jutta aus Kalkutta" oder "Rent a Family", eine Neubearbeitung von Atréju Diener, gespielt vom Theaterverein Sölden.
Versucht auf den völlig entnervten Thomas Hannemann einzuwirken – Geistheilerin «Jacky» – dargestellt von Jaqueline Schöpf-Kuprian.
 
Während die Postlerin Lea Franke (Denise Falkner) «scho wieder lei die RUNDSCHAU» – wie von Thomas Hannemann bemängelt – bringt, wartet mit der Ankunft von Julia (Daniela Pixner), einer Freundin von Tante Jutta die nächste Überraschung. Dann versucht auch noch die Geistheilerin Jacky Springer (Jaqueline Schöpf-Kuprian) den mittlerweile «angeschlagenen» Thomas Hannemann zu überzeugen. So folgen weitere Überraschungen in diesem sehenswerten Drei-Akter des engagierten Theatervereins Sölden.  

Text: Christoph Hablitzel, Oberländer Rundschau

Bild: Christoph Hablitzel

Erschienen: 25. Juli 2023

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