THEATERAUTOR
ÜBER MICH
Theater begleitet mich seit meiner Jugend – auf der Bühne, hinter den Kulissen und beim Schreiben. Heute verbinde ich diese Erfahrung mit meiner Arbeit als Autor und Lektor.
HEUTE
AUTOR
Ich schreibe Theaterstücke, entwickle Figuren und erzähle Geschichten für die Bühne. Dabei geht es mir um Unterhaltung auf mehreren Ebenen: Humor, Spannung und Emotionen gehören für mich genauso dazu wie überraschende Ideen und hin und wieder auch besondere Bühneneffekte.
LEKTOR
Als Lektor prüfe ich Theaterstücke, begleite und fördere Schweizer Autorinnen und Autoren vom Plot bis zum fertigen Stück. Dabei geht es um dramaturgische und sprachliche Feinabstimmung um Stücke noch klarer, wirkungsvoller und vor allem spielbarer zu machen.
THEATERMENSCH
Ich kenne das Amateurtheater auch aus der Praxis: durch die Beratung von Theatergruppen beim Breuninger Theaterverlag, als langjähriger Schauspieler, Vorstandsmitglied und regelmässiger Theaterzuschauer. Diese Nähe zur Bühne prägt meinen Blick auf Theatertexte.
SCHREIBPHILOSOPHIE
Ich möchte kein Dokumentationstheater schreiben, sondern Bühnenwerke, die das Publikum packen, zum Lachen bringen, überraschen und im besten Fall auch emotional berühren.
Eine glaubwürdige Handlung, ein klarer roter Faden und Figuren, die für die Geschichte wirklich eine Funktion haben.
Charaktere mit Eigenheiten, Zielen und Konflikten. Die Komik soll möglichst aus den Figuren und Situationen entstehen – nicht aus aufgesetzten Pointen.
Ein starker Einstieg, ein starker Schluss und dazwischen verschiedene überraschende Wendungen.
Ich arbeite von der Grundidee über den Plot bis zu den Dialogen. Bevor der erste Satz geschrieben wird, ist klar, wohin die Geschichte führt.
WIE ALLES BEGANN
Theater hat mich schon als Kind fasziniert. Während andere am Mittwochnachmittag Fussball spielten oder ein Instrument lernten, zog es mich auf die Bühne. Die jährlichen Aufführungen der Theatergruppe in meinem Quartier gehörten für mich zu den Höhepunkten des Jahres.
2005 stand ich mit 16 Jahren erstmals bei der Theatergruppe Friesenberg auf der Bühne. Nach einer längeren Pause folgten ab 2013 weitere Rollen – grosse, kleine, mal Leiche, mal Milchbubi. Mit jeder Produktion lernte ich mehr darüber, was Amateurtheater ausmacht: Wann funktioniert eine Pointe? Was ist auf einer Bühne tatsächlich spielbar? Und weshalb fesselt eine Geschichte das Publikum – oder weshalb gerade nicht?
Der Wunsch, irgendwann ein eigenes Stück zu schreiben, war schon länger da. Der eigentliche Startschuss kam 2017 eher zufällig: Für die Theatergruppe Friesenberg sollte die Mundartfassung von Robin Hawdons „Traumhochziit“ überarbeitet werden. Weil ich das Stück bereits kannte, bot ich an, bei der Bearbeitung mitzuhelfen. Gemeinsam mit dem erfahrenen Theaterautor Rolf Brunold entstand schliesslich eine grössere Neubearbeitung – inklusive eines neuen Schlusses.
Dabei merkte ich zweierlei: Stücke zu schreiben ist schwieriger, als ich gedacht hatte – und macht mir enorm viel Freude. Aus diesem ersten Versuch wurde schnell eine Leidenschaft. Im März 2019 stellte ich mit „Hesch en Vogel?“ mein erstes eigenes Theaterstück fertig. Seither sind weitere Komödien, Neubearbeitungen und Theaterprojekte dazugekommen.
Mit der Zeit blieb es nicht beim Schauspiel. Theater wurde zu einem festen Teil meines Lebens – auf der Bühne, hinter den Kulissen und im Verein. Seit 2005 bin ich Mitglied der Theatergruppe Friesenberg und engagiere mich dort seit 2016 auch im Vorstand – mittlerweile als Vize-Präsident und Aktuar.
Dabei habe ich Theater aus immer neuen Blickwinkeln kennengelernt: als Schauspieler, bei der Arbeit an Produktionen und heute auch beruflich im Austausch mit Theatergruppen. Diese praktische Erfahrung ist für mich äusserst. Denn beim Schreiben denke ich nicht nur daran, ob eine Szene auf dem Papier funktioniert, sondern auch daran, was sie beim Publikum auslöst und wie sie sich für die Spieler anfühlt. Jede Rolle soll die Möglichkeit bekommen, zu glänzen.
PSEUDONYM
Unter dem Pseudonym Luca Römer veröffentliche ich vor allem Ein- und Zweiakter. Das Pseudonym entstand ursprünglich, um diese kürzeren Stücke etwas klarer von meinen abendfüllenden Komödien zu trennen. Der Name ist bewusst gewählt: Römer ist der Familienname meiner Mutter, Luca der Name meines ersten Sohnes, der nur wenige Tage leben durfte. So trägt das Pseudonym für mich eine sehr persönliche Bedeutung und verbindet meine Arbeit als Autor auch mit einem Stück Familiengeschichte.
FÜR PROGRAMMHEFTE
Dieser Text darf für Programmhefte, Ankündigungen und redaktionelle Beiträge übernommen werden.
Atréju Diener, Jahrgang 1987, ist Schweizer Theaterautor und Lektor. Seit vielen Jahren ist er im Amateurtheater aktiv und kennt die Bühne nicht nur als Autor, sondern auch als Schauspieler und Vorstandsmitglied. Seit 2023 ist er als Lektor des Breuninger Theaterverlags für die Prüfung und Bearbeitung neuer Stücke verantwortlich. Seine eigenen Stücke wurden bislang in acht Ländern gespielt. Im Zentrum seiner Arbeit stehen starke Figuren, klare Geschichten und Unterhaltung mit Humor, Spannung und Überraschungen. Atréju Diener ist verheiratet und lebt mit seiner Familie in Winterthur.