Wo versteckt sich der Räuber? – beim neusten Stück der Theatergruppe Villigen gibt es Spezialeffekte und viel zu lachen

Anfang März wird in der Turnhalle Erbslet die überarbeitete Komödie «Die Post-Räuber» (Mission Million) aufgeführt. Die Proben laufen bereits auf Hochtouren.

 

In einer Postfiliale wird eine Million Franken gestohlen. Kurz darauf durchkämmt die Polizei das gesamte Quartier und landet in einer Wohnung, in der sich der scheinbar Tatverdächtige aufhält. Wachtmeister Edi Hubacher führt dort dienstbeflissen eine umfangreiche Befragung durch, um den Täter so schnell wie möglich zu fassen. Aber kann er das, wenn ihm eine Zeugin von einem Mann in einer giftgrünen Jacke erzählt, der auf dem Balkon Kniebeugen machte und ein anderer Zeuge in derselben Wohnung einen 1,70 Meter grossen «Güggel» gesehen haben will?

Chaos pur herrscht in der klassischen Komödie «Die Post-Räuber» von Hans Gmür, die 2023 von Atréju Diener neu bearbeitet und von Regisseur Enrico Maurer für die Theatergruppe Villigen angepasst wurde. Maurer erklärt freudestrahlend: «Die neun Rollen in diesem Stück sind alle durchweg charismatisch.»
 
Regisseur Enrico Maurer (links aussen) bespricht mit den Schauspielerinnen und Schauspielern noch die Feinheiten ihres Auftritts.

Das routinierte, eingespielte Team des Theatervereins probt in der Turnhalle Erbslet diszipliniert den ersten Akt. Regisseur Maurer bespricht mit den Einzelnen noch die Feinheiten ihres Auftritts, ist aber bereits sehr zufrieden mit dem, was sie auf der Bühne zeigen. Theatralisch und humorvoll bauen sie das Durcheinander dieses Raubs auf.

 

Angestellter hat anderes im Sinn als die Arbeit

 

Die Postfiliale kann nämlich leicht überfallen werden, weil der unschuldig dreinblickende Angestellte Benno Stierli seit Monaten andere Prioritäten setzt und während der Arbeitszeit lieber mit der Ehefrau des Alarmanlagen-Unternehmers Jakob Morf ins Bett steigt. Der psychologisch geschulte Wachtmeister verdächtigt aber Stierli, weil sich dieser auf dem Balkon einer fremden Wohnung versteckte, um in Wahrheit dem Ehemann seiner Geliebten zu entkommen.

Der Schmuckkoffer geht nur mittels Zungenbrecher auf. Jakob Morf (rechts) kann ihn.

Stierli ist aber äusserst clever und verbündet sich mit dem Ehemann, um gemeinsam mit ihm an das viele Geld, das sich sonderbarerweise in Morfs Wohnung befindet, zu kommen. Alarmanlagenspezialist Morf benutzt dafür das Schmuckkästchen seiner Frau, das sich nur mit dem Zungenbrecher «Auf den sieben Robbenklippen sitzen sieben Robbensippen, die sich in die Rippen stippen, bis sie von den Klippen kippen» öffnen lässt. Der wirkliche Post-Räuber scheint nichtsdestotrotz ganz in ihrer Nähe zu sein. Nur wo? Wachtmeister Hubacher stösst im Rahmen seiner Befragung auf die Reize der Miss Oberaargau und verliert dadurch leicht sein Ziel aus den Augen.

 

Wenn ein Fisch die Bürotür öffnet

 

Wem nützt dieses Chaos: Vielleicht dem Fisch, der in Morfs Wohnung in Ruhe seine Runden dreht und sich von einem grossen «Güggel» nicht aus der Ruhe bringen lässt? Der Präsident des Theatervereins Villigen, Pascal Schwarz, und das gesamte Team freuen sich darauf, dem Publikum im März mit den Post-Räubern wunderbare Spezialeffekte präsentieren zu können. Es wird viel zu lachen geben, etwa wenn ein Fisch eine Bürotür öffnet.

Text: Ina Wiedenmann, Aargauer Zeitung

Bild: Ina Wiedenmann

Erschienen: 17. Februar 2024

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